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Wintersonnenwende

 

Im römischen Kalender war der Dezember ursprünglich der 10. Monat des Jahres, daher trägt er seinen Namen lateinisch decem = zehn.

 

Übrigens: ein unnützes, aber erwähnenswertes Detail am Rande: der Dezember beginnt immer mit dem selben Wochentag wie der September...

 

Gut, generell hat der Dezember einiges zu bieten.

Zum Beispiel den Mittwinter, bekannt als Wintersonnenwende. Heuer, also 2018 ist er am 21.12 um 23:23.

Wollen wir aber mal nicht so genau sein...generell wurden in den Tagen und Nächten vom 20 bis 22. 12 die Wintersonnwende gefeiert, da sie auf der Nordhalbkugel die kürzesten Tage und längsten Nächte im Jahr verzeichnen.

Das heiß, es ist gefühlt ewig lang finster und extrem kurz hell! Eine Zeit, durchwachsen mit überschüssigen Melatonin, Schlafsucht und Trägheit.

Pendant zum Mittwinter wär die Sommersonnenwende, mehr dazu hier.

Zu dieser Zeit lösen sich Nebel langsam auf und weichen der klaren, klirrenden Luft des „Hochwinters“ mit seinen sternenklaren Nächten.

 

 

Meteorologisches

 

 „Ist der Himmel voller Sterne, ist die Nacht voll Kälte gerne.“

 

Hinter dieser Bauernweisheit versteckt sich eine einfache meteorologische Tatsache. In sternenklaren Nächten wird es deshalb kalt, weil kaum Wasserdampf in der Luft ist - sprich - Wolken. Diese wiederum würden ein Abstrahlen der Erdwärme in den Weltraum verhindern , sind aber abwesend - auf Winterurlaub. Sternenklare Nächte bedeuten also, dass es saukalt wird, weil sozusagen nix da ist, dass die vom Erdboden abgestrahlte Wärme auffangen könnte.

 

Fangen die Sterne bei der nächtlichen Sternenbeobachtung am Himmel zum Funkeln oder Zittern an könnte das a) auf eine anfängliche Nachtblindheit hindeuten, b) auf die Konsumation von mehr als ausreichend Punsch hinweisen oder c) kann dieses Funkeln oder Sternenzittern auf Wetterveränderungen hinweisen. Es entsteht durch kleine Luftströmungen, die das Wetter beeinflussen und für Änderungen sorgen.

 

 

Zurück zu Mittwinter

 

Traditionell wurden in den Nächten des Mittwinters zahlreiche Feuer und Kerzen entzündet, zum einen um Strom zu sparen und das Heim mit Kerzenlicht in wohlig warme Atmosphäre zu tauchen, zum Anderen - und hier liegt der Ursprung dieses Festes - um die Rückkehr des Lichtes zu beschwören. 

 

Was hat die Wintersonnenwende nun mit Weihnachten zu tun?

 

Alles. Das uralte, pagane Fest der Wintersonnenwende wurde in christlichem Gewande zu Weihnachten adaptiert. Man scheute den Einfallsreichtum, da man sich zusätzlich der althergebrachten Symboliken bediente. Der Christbaum beispielsweise entwickelte sich aus dem vorchristlichen Symbol des immergrünen, ewig wachsenden Lebens. Eine Idee also, die fortlaufendes Wachstum und Wiedergeburt feiert, in einer Zeit des Jahres, in der die Natur oberflächlich betrachtet unter einer Schneedecke schläft.

In den Knospen der Sträucher und Bäume schlummert bereits neues Leben, welches auf wärmere und hellere Tage wartet, um sich Jahr für Jahr zu erneuern.

Immergrüne Koniferen wie Tanne oder Fichte waren seit jeher Symbol für die Wiedergeburt der Natur, denn ihr Grün überdauert im Gegensatz zu allen anderen Pflanzen das Weiß des Winters.

Die Kerzen am Weihnachtsbaum symbolisieren die Wiederkehr und Ankunft der neugeborenen Sonnengötter und Göttinnen. Das neugeborene Christuskind ist in diesem Zusammenhang ein Bildhafter Ausdruck für das neugeborene Licht, das nun langsam aber stetig im Jahreskreis er-wächst.

 

 

Raue Nächte

 

Die Raunächte sind zwischen Wintersonnenwende und Dreizehnttag (Perchtennacht oder im christl. Gewand die hl. 3 Könige) angesiedelt. Sie stellen eine zwölftätige Friedenszeit und Ruhezeit dar, in der Geschichten erzählt wurden und Zeit für eine Innenschau ins tiefe Selbst begann.

Mehr dazu im pdf "vom Rauch, der Klarheit schafft".

 

Lichtbringende Kräuter, wie Johanniskraut, Kamille und Baumharze, immergrüne Koniferen und vor allem reinigende, desinfizierende Harze und Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Kiefer u.v.m. finden in den Mittwinterfestlichkeiten ihren Platz.