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Lavendelöl selbst herstellen

Die perfekte Erntezeit für Lavendelblüten ist zur Mittagszeit im Hochsommer, wenn die Pflanze richtig schön duftet und sich vor Hummeln, Falter und Bienen kaum noch retten kann. Mindestens 2 Tage vor dem Schneiden sollte es heiß und trocken gewesen sein. 

Ich ernte für gewöhnlich nicht gleich die ganze Staude ab, sondern lass den Insekten noch was stehen.

 

Dann reble ich die Blüten vom Stängel und lege sie in hochwertiges Öl (z.B. Sonnenblumen oder Rapsöl ) , VH 1.3 (1 Teil Blüten auf 3 Teile Öl), stelle das ganze mit einem Tuch bedeckt in die Sonne aufs Fensterbrett, um es nach ein paar Tagen mit einem Deckel luftdicht zu verschließen. Dort steht der Lavendelölansatz für 1 bis mehreren Monaten. Hin und wieder schütteln, damit sich die ätherischen Öle gut im Öl  lösen können. Die Dauer des "Reifens" ist abhängig von der Sonneneinstrahlung. Ich benutze meine Nase, um zu wissen, wann es soweit ist. Wenn das Gemisch den Geruch des Lavendels angenommen hat, trenne ich Öl vom Pflanzenmaterial.  Schließlich fülle ich das fertige Auszugsöl in dunkle Flaschen ab, beschrifte es mit Datum und bewahre es kühl und dunkel (in meinem Kräuterraum) auf. So ist es mindestens ein Jahr haltbar.

 

Das Lavendelauszugsöl ist wichtiger Bestandteil in meiner Naturhausapotheke und dient als Grundlage für wohltuende Massageöle, Insektenstichhilfen, wohlriechende Cremes und Salben.

 

Bei dem oben genannten Verfahren handelt es sich um eine Ölherstellung durch Kaltauszug.

Im Gegensatz zum Warmauszug, den man wählt, wenns schnell gehen muss und man kein fertiges Kräuteröl zur Hand hat. Im Warmauszug verzichten wir auf das wochenlange in-Öl-einlegen und nehmen, je nach Vorhandensein, frisches oder getrocknetes Pflanzenmaterial um es im Öl über einem warmen Wasserbad ein paar Stunden langsam "auszuziehen".