· 

Frau Linde

 

Wenn die Linde blüht

 

Süße, honiggleiche Duftschwaden steigen langsam von den Kronen der Linden herab, es ist Mai. Der Baum surrt vor Bienenfreude. Auch die ortsansässigen Imker werden sich freuen, denn Lindenblütenhonig gilt als Bester unter den „Honigen“. Ich bin im Sammelstress. Schnell Leiter einpacken und ab zur Heidelinde, Gerlinde und wie sie alle heißen, die Lindenfrauen.

 

Was es zum fachsimpeln gibt:

 

Bei uns wächst die Sommer,  –und die Winterlinde.

Unterscheidung im Blatt und in der Blütezeit, zur Weiterverwendung kann man beide sammeln.

Im Bild oben handelt es sich um eine Sommerlinde. Zur Erkennung betrachtet man die Rückseite des Blattes genauer.

In den Ecken an den Blattadern befinden sich winzige Härchen. 

Hat das Blatt weiße Härchen - wie es am Bild der Fall ist - handelt es sich um eine Sommerlinde, sind die Härchen rötlich, haben wir es mit einer Winterlinde zu tun.  In der blattlosen Winterzeit orientiere ich mich an den Baumknospen. Ist die End- und die Seitenknospe gleich groß, ist des eine Sommerlinde, ist die Endknospe größer als die Seitenknospe ist es die Winterlinde. Aber das Baumknospenthema ist eine andere Geschichte...

 

Blüten der Linde verwende ich getrocknet für den Wintertee, wenn’s grippisch und kalt herum wird. Die schweißtreibenden Eigenschaften der Lindenblüten geben einen guten Fiebersenker ab, deshalb darf die Lindenblüte in keinem Grippetee fehlen.

 

Lindenblütenwasser sowie kaltgewordener Lindenblütentee macht Haut und Haar schön weich und rein. Als Gesichtsspray oder Gesichtswasser wird der Absud verwendet, als Haarwasser nach dem Waschen in die Spitzen einmassiert und nicht herausgewaschen.  Den „Schönheitstee“ bereite ich immer frisch vor, da er im Badezimmer kaum länger haltbar ist.

 

Die Germanen ehrten die Linde als Wohnsitz der Göttin Freya. Auch als Aphrodite bekannt, wurden der Schutzherrin weiblicher Gerechtigkeit und Liebesgöttin unter den Linden kleine Opfer gebracht. Im Zuge der Christianisierung wurden aus den "Freyalinden" "Marialinden".